Große Pläne beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat
Heimat als Verkleidung

Das Deutsche Lichtspiel-Syndikat in der Berliner Friedrichstraße hat große Pläne. Eine richtige Filmproduktion von Berlin aus, im eigenen Studio, finanziert von Kinotheatern in ganz Deutschland. Ab jetzt Chefsache.
Ziemlich viele Chefs beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat. Der wichtigste: Dr. Martin Zickel. Er kommt von Wolzogens „buntem Theater“ und versteht sich auf leichte Unterhaltung.
Zickel weiß, was die Leute wollen: Schlagermelodien, gesungen in bunten Kostümen. Hauptsache Schauwerte und gute Laune. Das Leben ist ernst genug.
Alle lieben die Operette „Im weißen Rössl“. Von den Alpen in die Heide ist es nur ein kleiner Schritt. Alles bloß Verkleidung, Bühnenkostüme im Heimatlook gehen auch im Tonfilm.
Das Deutsche Lichtspiel-Syndikat wird „Grün ist die Heide“ verfilmen!
Inhalt
- Chefsache: Große Pläne beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat
- August Weinschenk, Generaldirektor
- Fritz Kaelber, Verleihchef
- Robert Neppach, Ausstattungschef
- Dr. Martin Zickel, Produktionsleiter
- Weekend im weißen Rössl: Mannequins und Revuegirls
- Filmstatisten und Mannequins: Die Zickel-Bühnen
- Im weißen Rössl mit Revuegirls
- Zickels Weekend im Paradies
- Kreditklemme zum 60. Geburtstag
- Von den Alpen in die Heide: Heimat als Verkleidung
- Dr. Zickel entdeckt „Grün ist die Heide“
- Rechtehandel im Lustspielhaus
- Hans v. Wolzogen wird Produktionschef
- Der illusionslose Rechner
Chefsache: Große Pläne beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat
August Weinschenk, Generaldirektor

Hektik in der Berliner Friedrichstaße 225. Beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat, das hier, im Zentrum der deutschen Filmindustrie, residiert, nimmt man im Januar 1931 große Pläne in Angriff. Das DLS, wie man der Einfachkeit halber abkürzt, will seine Filmproduktion ausbauen. Mit eigenen Atelierräumen können endlich regelmäßig neue Filme hergestellt und Kinos in ganz Deutschland verlässlich mit Produktionen beliefert werden.
Die Herausforderungen sind groß: Die neue Tonfilmtechnik erfordert hohe Investitionen. Die Filmtheater müssen mit neuer Technik ausgestattet, die Atelierräume für Tonaufnahmen umgerüstet werden. Und das mitten in wirtschaftlichen schweren Zeiten: Ständig droht eine Kreditklemme und es ist schwierig, Geldgeber zu finden.
August Weinschenk, seit 1929 Direktor der DLS AG, lässt sich seinen Optimismus nicht nehmen. Das ist alles kein Problem, so sein Ansatz, wenn die Filme ein großes Publikum begeistern und hohe Einnahmen erzielen. So sind die Investionen schnell wieder hereingeholt. Dafür braucht man Experten. Anfang 1931 rekutiert Weinschenk gleich drei neue Mitarbeiter ins Haus, die leitende Funktionen neu übernehmen und den Erfolg möglich machen sollen. Es sind erfahrene Film- und Theaterleute: Dr. Martin Zickel für publikumswirksame Stoffe, Fritz Kaelber für den Filmvertrieb und Robert Neppach für die DLS-eigenen Studios auf dem Zeppelinflughafen Staaken in der Nähe von Berlin.
Weinschenk, am 9. August 1871 in Sulzbach geboren, gelangt als Geschäftsmann über den Handel mit Lampen in die Kinobranche. 1912 übernimmt er in Nürnberg sein erstes Kino und baut sich nach dem 1. Weltkrieg durch Zukäufe weiterer Kinos in der Umgebung einen kleinen Theaterpark auf: Im September 1921 übernimmt er die Schauburg in Nürnberg, zwei Monate später das Luli-Theater in Fürth.
Als sich am 29. April 1926 Besitzer kleinerer und mittlerer Kinotheater zum Deutschen Lichtspiel-Syndikat zusammenschließen, gehört Weinschenk zu den Gründungsmitgliedern. Er wird zum Vizepräsidenten des Vereins mit Sitz in Düsseldorf gewählt. Die Stadt ist zu diesem Zeitpunkt das Zentrum der deutschen Filmindustrie. Gemeinsam will man von dort aus einen Verleih aufbauen, der die angeschlossenen Kinos verlässlich und kalkulierbar mit publikumswirksamen Filmen versorgt. Neben Importfilmen sollen Filme in eigener Produktion hergestellt werden. 1926 zieht die Firma als GmbH nach Berlin. Im Februar 1928 wird dort zusätzlich eine Aktiengesellschaft gegründet, um die Eigenproduktionen zu finanzieren.
Weinschenk übernimmt den stellvertretenden Vorsitz des Aufsichtsrats in der neuen DLS AG. 1929 delegiert ihn dieser Aufsichtsrat in den Vorstand der DLS AG, Weinschenk wird ihr Generaldirektor und damit hauptverantwortlich für die Filmproduktion. Jetzt macht Weinschenk Berlin zu seinem Wohnsitz. Außerdem kauft er in München weitere Kinos hinzu, beteiligt sich sogar zusammen mit dem Düsseldorfer Kinomogul Fritz Genandt an einem Gaststättenkonzern. 1930 besitzt Weinschenk sechs bayerische Kinos mit insgesamt über 5000 Sitzplätzen. Seiner Stimme innerhalb des Syndikats verleiht das Gewicht.
Trotz aller großen Plänen muss Weinschenk auf die Konzernstruktur Rücksicht nehmen. Grundlage des Betriebs ist noch immer der DLS e.V., ein Verein von Kinobesitzern, der seine Theater mit zugkräftigen Filmen versorgen will. Außerdem gibt es eine DLS GmbH und seit neuestem die DLS AG. Nur über die Aktiengesellschaft lässt sich tatsächlich das Kapital gewinnen, um im großen Stil Filme vorzufinanzieren. Die Vereinsmitglieder sind aufgefordert, Aktien zu zeichnen, bleiben aber zögerlich. Filme zu drehen kostet viel Geld. Für den return of investment muss man die Geduld aufbringen können, bis sie in die Kinos kommen. Und was, wenn sie beim Publikum durchfallen? Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist angespannt, auch auf dem Finanzmarkt ist das Geld knapp.
Beharrlich arbeitet Weinschenk an den Voraussetzungen, um viele und erfolgreiche Filme in Eigenregie zu produzieren. 1930 übernimmt er am Stadtrand von Berlin die Filmwerke Staaken. In den ehemaligen Zeppelinhallen werden seit 1919 Filme gedreht, hier standen die Bauten für Fritz Langs Monumentalfilm „Metropolis“. Gerade ist eine internationale Investorengruppe daran gescheitert, Staaken zum Teil eines Tonfilmkonzerns zu machen. Weinschenk pachtet die Hallen günstig für das DLS und macht sie zum Standort der neu gegründeten DLS Studio GmbH.
Fehlen nur noch geeignete Mitarbeiter, die die zukünftigen Kassenschlager herstellen. Weinschenk stellt die drei gemeinsam zum 1. Februar 1931 ein, geht mit den Neuigkeiten aber erst nach und nach an die Presse. Umso mehr Eindruck kann er in der Filmbranche machen. Los geht es mit Filmkaufmann Fritz Kaelber.
Fritz Kaelber, Verleihchef

Der Film-Kurier, das tägliche Mitteilungsblatt für Filmleute, weiß es als erstes: „Fritz Kaelber ist ab 1. Februar 1931 vom Deutschen Lichtspiel-Syndikat gewonnen worden.“ Man ist voll des Lobes:
Für die Gesamtleitung, unter Generaldirektor Weinschenk, erwächst mit ihm dem D.L.S. eine wertvolle Kraft. Kaelbers Organisationstalent ist bekannt. Man schätzt an ihm den genauen Kenner jedes einzelnen Platzes in Deutschland. Mit den Theaterbesitzern verbinden ihn viele persönliche Beziehungen. Seine Wahl für das D.L.S. wird sich als guter Griff erweisen.
Kaelber, am 14. März 1893 geboren, arbeitet schon lange beim Film. Er startet 1922 beim Filmhaus Bruckmann AG in Düsseldorf. Als die Konzernzentrale im Juli 1925 nach Berlin verlegt wird, folgt er seinem Arbeitgeber in die Hauptstadt. Ende 1928 geht Kaelber zur Deutschen Universal, wo er schon nach einem Jahr zum Verleihchef aufsteigt. Kein Wunder, dass das Deutsche Lichtspiel-Syndikat sich für ihn interessiert und ihn abwirbt. So einen, weiß das Fachblatt Der Kinematograph am 14. Januar 1931 zu berichten, kann man dort gut gebrauchen: „Für die Konsolidierung des D.L.S. kann die Betrauung Kälbers mit dem verantwortungsvollen Posten eines Verleihchefs nur von Wert sein.“
Kaum jemand sonst verfügt über vergleichbare Erfahrungen im Zusammenspiel von Kinobetreibern, lokalen Verleihern und den Produktionsfirmen, die die Filme herstellen. Kaelber kennt viele Theaterbesitzer persönlich und weiß um die Probleme: Alle wollen ihr Risiko minimieren. Die Kinobetreiber wünschen sich verlässliche Mietpreise für die Filmrollen und Titel, die sich an der Kasse rentieren. Davon haben sie ziemlich genaue Vorstellungen.
Die Position des Ausstattungschefs übernimmt, wie der Film-Kurier am 6. Februar 1931 meldet, der Bühnenbildner Robert Neppach. Ihm wird die Leitung der DLS-Studio GmbH in Staaken übertragen.
Robert Neppach, Ausstattungschef

Robert Neppach ist seit Jahren ein vielbeschäftigter Kulissenbauer und Bühnenarchitekt. Ideale Voraussetzung, um die DLS-Studio GmbH nach vorne zu bringen. Neppach, 1890 in Wien geboren, hat an der Münchner Akademie der Bildenden Künste studiert, war anschließend Bühnenbildner am Neuen Theater in Frankfurt am Main. Nebenbei stand er bei der Eintracht Frankfurt im Fußballtor. Der erste Weltkrieg bringt die Wende, Neppach entscheidet sich für einen Neubeginn beim Film in Berlin.
Als Bühnenarchitekt kennt er sich aus mit Kostenkontrolle und just-in-time-Produktion. Für den lllustrierten Filmkurier plaudert Neppach 1927 aus dem Nähkästchen:
Mannigfaltig sind die Aufgaben, die gestellt werden. Da soll ein Blitz einschlagen, dort soll ein Haus einstürzen, dann wieder muß eine Mühle abbrennen, […] alles auf Kommando, und daß um Gottes willen nichts passiert, wobei zu bedenken ist, daß die meisten unserer Prominenten natürlich nicht allzu viel Lust haben, ihr Leben auch nur im geringsten gefährden zu lassen.
Außerdem ist von „Nervenspannung“ die Rede, von genauen Absprachen und dem Druck, „daß nicht jedem immer soviel Geld und Zeit zur Verfügung steht“ wie bei üppig ausgestatteten Monumentalfilmen. Ein Vergleich mit dem Militär bringt es für Neppach auf den Punkt: „Kriegsjahre zählen doppelt, Filmjahre dreifach!“
Dr. Martin Zickel, Produktionschef

Der größte Coup gelingt Weinschenk mit der neuen Stelle des Produktionsleiters, die er prominent besetzt mit Dr. Martin Zickel. Niemand kennt sich mit leichter Unterhaltung und publikumswirksamen Stoffen besser aus als er.
Zickel ist von Beginn an mit dabei, als die moderne Unterhaltung für das 20. Jahrhundert nach Berlin kommt. Er hilft im Januar 1901 Ernst v. Wolzogen und seinem literarischen Variété auf die Bühne und übernimmt das „bunte Theater“ nach Wolzogens Weggang. Genauso wie Wolzogen entwickelt er einen erfolgreichen Ableger des literarischen Variétés, der ihm dauerhaften Erfolg bringt. Elsa Laura v. Wolzogen profiliert sich ab 1904 mit „Liedern zur Laute“, zu denen ihr Mann als Reziator auftritt. Zickel startet im selben Jahr mit dem „Lustspielhaus“ in der Friedrichstraße 236, wo er mit bühnenwirksamen Schwänken für stets gefüllte Theatersäle und klingende Kassen sorgt.
Ab jetzt gilt für Zickel, wie der Theaterkritiker Max Ehrlich später erzählt, die Devise: „In mein Theater kommt mir keine Literatur mehr rein!“ Der Erfolg gibt Zickel recht, zumindest bis Dezember 1911, als er die Konzession für das „Lustspielhaus“ verliert.
Ein früher MeToo-Fall, es geht um Sex, Macht und, ganz wörtlich, Zickels Besetzungscouch. Der verheiratete Zickel hat offenbar jahrelang die Vergabe weiblicher Rollen an sexuelle Gefälligkeiten in seinem Büro geknüpft und später eine feste Liebesbeziehung zu einer Schauspielerin unterhalten. Mit Wissen seiner Frau, man fährt sogar zu dritt in den Urlaub: Eine menage à trois!
Zickel geht in die Offensive, zeigt sich selbst an, der folgende Sensationsprozess zieht sich von April 1910 bis Dezember 1911 hin. Am Ende gibt es genügend Gründe für die Berliner Polizeibehörde, Zickel wegen fehlender sittlicher Eignung das Theatermachen zu verbieten.
Zickel verschwindet aus dem Rampenlicht und wirkt im Hintergrund. Im Lustspielhaus zieht sein ehemaliger Kompagnon, der Schauspieler Ernst Bach, die Strippen. Zwischen 1919 und 1921 betätigt sich Zickel sogar kurzzeitig beim Film, als Regisseur und Drehbuchautor für die Berliner Filmmanufaktur von Friedrich Zelnik. Hier geht es um populäre Stoffe, gerne verknüpft mit Volksmusik.
Das (verlorene) Drama „Der rote Sarafan“ von 1919 nutzt das titelgebende Lied, das eine traditionelle russische Volkstracht besingt, als Leitmotiv für das tragische Schicksal eines Arztes. Er hört den Song „aus dem Mund seiner ersten Jugendliebe, einer russischen Tänzerin, bei einer Studienreise durch Rußland (hier ist ein charakteristischer russischer Volkstanz eingeflochten), beim Treubruch seiner Frau mit seinem Freund und Schützling, einem russischen Geiger, dem er zur Berühmtheit verholfen hat, und schließlich aus dem Mund einer alten Drehorgspielerin in einem entscheidenden Moment seines Lebens“.
Ein Volkslied als Titel und Leitmotivs eines ganzen Films. Ein Trachtenkleid (Sarafan) und eine Farbe (rot) sorgen für Stimmung. Das wird man sich merken müssen.
Die ganze Zeit hindurch macht Zickel, was er seit den frühen Tagen der „Secessionsbühne“ und von „Wolzogens buntem Theater“ am besten kann: Er baut Theater mit einem neuen Konzept um und führt sie zum kommerziellen Erfolg. Eine Schlüsselqualifikation, die ab 1928, als immer mehr Berliner Theatern die Zuschauer ausbleiben, besonders gefragt ist. Sie ist es auch, die Zickel Anfang 1931 zum DLS führt.
Alles beginnt in Zickels alter Wirkungsstätte, dem „Lustspielhaus“ in der Friedrichstraße 236.
Weekend im weißen Rössl: Mannequins und Revuegirls
Filmstatisten und Mannequins: Die Zickel-Bühnen

Zickel kehrt zum 1. April 1928 in das „Lustspielhaus“ zurück, das er von dem neuen Besitzer, den Gebrüder Rotter, gepachtet hat. Ernst Bach, unter Zickel bekannt geworden, schreibt seit 1913 regelmäßig für das Lustspielhaus. Dafür trifft er sich mit Franz Arnold, der die gemeinsamen Stücke anschließend in München auf die Bühne bringt. Eine Arbeitsteilung mit Erfolg. Schon ihr erstes selbstgeschriebenes Stück, der Bühnenschwank „Die spanische Fliege“, ist ein Riesenerfolg. Wahrscheinlich gerade weil er die Affäre eines biederen Fabrikanten mit einer Variététänzerin behandelt, der um seinen Ruf fürchtet. Haben sich die beiden von dem Zickel-Prozess inspieren lassen?
Der neue Schwank des Teams, „Weekend im Paradies“, der am 28. Dezember 1928 unter Zickel Premiere hat, erkundet ein ähnliches Fahrwasser. Die anzüglich-schlüpfrige Geschichte von Berliner Beamten, die sich bei Wochenendvergnügungen am Badesee in die Quere kommen, als sie die Bekanntschaft einer hübschen Tänzerin suchen, hat die Lacher auf ihrer Seite. Spätestens, wenn eine ältliche, governantenhafte Abgeordnete auftaucht, die die gefährdete Moral wiederherstellen will. Die Hauptrolle ist auch diesmal wieder mit dem Publikumsmagneten des Hauses besetzt, dem Komödianten Guido Thielscher.
Ab Mai 1929 inszeniert Zickel außerdem für das Theater an der Behrenstraße, ganz in der Nähe des Lustspielhauses, das der Schauspieler Ralph Arthur Roberts kurz vorher eröffnet hat. Vor allem aber übernimmt er die Leitung der Komischen Oper, die am 21. Dezember 1929 wiedereröffnet wird. Der neue Besitzer, Kommerzienrat Walter Scharr, hat das in die Jahre gekommene Haus, das die Zuschauer zuletzt mit Nacktttanzrevuen locken wollte, im Stil der neuen Sachlichkeit umgebaut. Jetzt will er es mit populären Stoffen wieder attraktiv machen.
Zickel setzt für die Premiere auf einen sicheren Publikumshit und importiert die Publikumslieblinge vom „Lustspielhaus“: Guido Thielscher als komische Figur, Arnold und Bach als Autoren. Ihre neueste Komödie „Hulla di Bulla“ behandelt Verwicklungen rund um einen Filmdreh und den Besuch eines ausländischen Würdenträgers. Reales Vorbild ist der Staatsbesuch des afghanischen Königs Ghazi Amanullah Khan im vorherigen Jahr in Berlin.
Es wirkt, als wollten Arnold und Bach alles auf die Spitze treiben, um der schlechten Wirtschaftslage zu entkommen.
Politisch korrekt ist hier gar nichts: Anzügliche Witze treffen auf einfach gestrickte Stereotype. Ein fremdländischer Herrscher, heißblütig-leidenschaftlich, unfähig, sein überbordendes Temperament zu zügeln. Ein geldgieriger Bankier. Viele schöne Frauen, die auf das Geld reicher Männer aus sind.
Überall nur Schein, nichts ist echt, nichts verlässlich. Als Ort der Handlung dient ein ehemaliger Berliner Prinzenpalais, der gleichzeitig für einen Film und als Aufenthaltort für Abdur di Bulla, den König von Hamudistan, genutzt werden soll. Verwechslungen sind vorprogrammiert, besonders, wenn alle nur auf der Suche nach Geld und einer neuen Einnahmequelle sind. Dass der Schwank mit den Vorbereitungen für einen Filmdreh beginnt, bringt es auf den Punkt: Alles ist Schein, Verkleidung oder Kulisse für Selbstdarstellung.




Die Mädchen, die sich zu Beginn des Schwanks über die Terasse in den Palais schleichen, geben den Ton vor. Schnoddrig, mit Zigarette. Schnelles Geld kommt vom Film – oder von älteren Herrn:
Mia, Lilli, Fridel (drei junge, hübsche Filmstatistinnen, als russische Bäuerinnen kostümiert, kommen vom Park herein).
Lilli (Zigarette im Mund). Donnerwetter, hier ist’s aber fein!
Mia (ist nach rechts hinübergegangen). Nicht wahr? Alles Rokoko.
Fridel (einen Apfel in der Hand, von dem sie ab und zu abbeißt). Ach, tu man nich so gebildet, du bist ja man auch bloß in de Volksschule gegangen.
Lilli (zu Mia). Pä! Die hat ja kein Verständnis für sowas. Ich schwärme auch nur für‘s Antike.
Fridel. Na ja, dein Freund ist ja auch schon an die siebzig.
Auch Fritz, der jugendliche Liebhaber, und Dorrit, sein love interest, verrirren sich auf der verzweifelten Suche nach einem Job ins Palais. Dorrit als kesse Sekretärin mit Bildungshintergrund, Fritz als arbeitsloser Bankangestellter.
Fritz ist smart und gut gekleidet, „liebenswürdig und temperamentvoll, ca. 25 Jahre alt, in dunklem, sehr elegantem Straßenanzug, weichem Hut, hellen Handschuhen.“ Fritz staunt nicht schlecht, als Dorrit, „ein hübsches, junges Mädel von 19 Jahren, einfach, aber sehr chik gekleidet“ hereingehuscht kommt. Ihr erstes Aufeinandertreffen ist ein Flirt-Feuerwerk:
Fritz. So, nun beichten Sie mal, Sie kleine Einbrecherin.
Dorrit. Sie glauben doch nicht etwa im Ernst –
Fritz. Pscht! Leugnen Sie nicht! Wenn man sich so heimlich hinten herum schleicht –
Dorrit. Durch’s Hauptportal wollte mich doch der Pförtner durchaus nicht reinlassen.
Fritz. Ja, was wollen Sie denn hier?
Dorrit. Ich habe eben in der B.Z. gelesen, König Abdur di Bulla wird hier wohnen.
Dorrit ist mindestens genauso smart wie Fritz. Ebenbürtig kontert sie seine frechen Sprüche:
Fritz: Ah, sie sind eine kleine Anarchistin, Sie wollen den König um die Ecke bringen. Mir können Sie’s ruhig anvertrauen, ich rede nicht drüber.
Dorrit (lacht). Ich habe allerdings ein Attentat auf ihn vor, aber ein ganz harmloses. Ich wollte mich nämlich als Dolmetscherin anbieten.
Fritz: Was, Sie metschen doll? Sei können hamudisch?
Dorrit. Dort spricht man doch persisch.
Fritz (erstaunt). Und das haben Sie gelernt?
Dorrit. Ja, durch Zufall, schon als Kind. Bei meiner Mutter wohnte nämlich jahrelang ein persischer Student. Wie ich nun in den Zeitungen gelesen habe, dacht ich mir, da kann[n]st du vielleicht was verdienen.
Der gewitzte Fritz und die sprachgewandte Dorrit merken schnell, dass die Höflinge einen Sturz des Königs planen. Die beiden stoppen den Plot und sichern sich ihre Zukunft. Fritz als Bankier, Dorrit als seine Frau.

Auch Liane, eine „sehr fesche, pikante, mondäne Frau, Ende der Zwanzig, in einer hocheleganten Straßentoilette“, also fein hereingeputzt, will zum König. Sie ist unzufrieden mit ihrem Geliebten. Der hat ihr schon den Titel der Frau Baronin Liane von Ruttershausen gekauft, ist aber geizig: „[I]ch habe dir ein halbes Dutzend adlige Herren zur Auswahl vorgelegt und du hast dir natürlich den teuersten ausgesucht.“
So ein König wäre da schon eher was. Als Abdur di Bulla im Palais Mannequins aufmarschieren lässt, vorgeblich um sich über die neueste Berliner Damenmode zu informieren, ergreift sie ihre Chance.
Liane erscheint als „Mannequin in einer pompösen Abendtoilette, darüber ein kostbares Abendcape, reich mit Pelz besetzt. Sie geht im Mannequinschritt bis zur Mitte, bleibt auf der obersten Treppenstufe stehen, hüllt sich in das Cape ein und sieht den König kokett lächelnd an.“
Auf einmal kippt die Szene in einen Striptease: „Liane öffnet langsam das Cape, nimmt es ab und wirft es Fritz zu. Sie steht nun in einer tiefdekolletierten Abendrobe da.“ Der König ist außer sich vor Begeisterung, Fritz verschwindet. Später, als Abdur abgedankt hat, um in Europa zu bleiben, schließt sie sich ihm an.
„Hulla di Bulla“ wird ein durchschlagender Erfolg. Allerdings der letzte für das Team Arnold und Bach. Ernst Bach stirbt am 1. November 1930, ein knappes Jahr nach der Premiere, im Alter von 53 Jahren.

„Hulla di Bulla“, ein Schwank von Arnold und Bach. Zickels erste Show in der Komischen Oper. Uaufführung am 21. Dezember 1929 (Cover des Programmhefts).
Auf dem Cover des Programmhefts für „Hulla di Bulla“ werben Pierrot und eine Revue-Tänzerin, die durch einen roten Vorhang spähen: Was da wohl geboten wird? Zickel zitiert sich selbst bei den ersten Auftritten mit seinem Kabarett „Schall und Rauch“. Die Abende moderierten er und Max Reinhardt damals im Pierrot-Kostüm.
Im selben Heft präsentiert sich Zickel in einer Announce als Betreiber der „Dr. Zickel-Bühnen“: Lustspielhaus, Komische Oper, Theater an der Behrenstraße. Alles aus einer Hand.
Die Selbstdarstellung der „Dr. Zickel-Bühnen“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Berliner Theaterlandschaft sich in einer schweren Krise befindet. Das Publikum bleibt aus, die Leute haben inmitten einer Wirtschafts- und Kreditkrise kein Geld für Theaterbesuche übrig. Zickel kann höchstens mit ganz leichten Komödienstoffen punkten, die Ablenkung, Spaß und Erleichterung für die Dauer einer Theatervorstellung garantieren.
Vielleicht ist mehr von allen die Lösung. Mannequins und Revuegirls gehören auf jeden Fall dazu.
Im weißen Rössl mit Revuegirls

Nicht umsonst wird das bei weitem beliebteste Stück der nächsten Saison die Operette „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky, die am 8. November 1930 im Großen Schauspielhaus Premiere feiert. Als Grundlage dient das alte, schon zu Zeiten von Wolzogens „buntem Theater“ auf den deutschen Bühnen am häufigsten gespielte Lustspiel von Oscar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Bei so einer Vorlage kann ja nichts schief gehen.
Benatzky modernisiert die Geschichte durch die fantasievoll instrumentierten melodiösen Lieder, bei denen Jazzelemente, Zither und Laute zusammenklingen. Sie sind zum Mitsingen komponiert und werden sofort zu Schlagern: „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“, „Im Salzkammergut da kann man gut lustig sein“. Charell kauft noch weitere Lieder ein: „Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist?“ Eine Hitparade.
Die Freude des Berliners am Verkleiden in Tirolerlook und Alpentracht, die schon Blumenthal und Kadelburg karikieren, bauen Benatzky und Charell weiter aus. In der Vorlage taucht der ewig nörgelnde Berliner Fabrikant Giesecke zum Urlaub im Weißen Rössl fertig verkleidet im Fantasiekostüm auf.
Seine Familie hat die Alpentracht für seine Besuche im Berliner Vergnügungsviertel gekauft. Um 1900 gehören dazu auch die Gebirgshallen „Unter den Linden“, ein riesiger Biergarten mit Tiroler Musik, den man am besten in Trachtenkleid und Lederhose besucht. Nur deswegen haben sich die Berliner ins Salzkammergut verirrt:
Ottilie. Aber Papa, wir hatten doch nun einmal die schönen Kostüme vom Alpenball, bei Krolls im vorigen Jahre. Die müssen wir abtragen, und hier geht ja doch alle Welt so.
Charlotte (zu Ottilie). Steht dir aber auch wirklich reizend, dieses Ischler Bauernkostüm!
Giesecke. Aber mir nicht! (Er wirft den Lodenmantel ab und erscheint im Gebirgskostüm, gemsledernen Hosen, nackten Knien und hellgrünen Stutzen.) Wenn ich mir so in die große Friedrichstraße blicken lasse, da denken die Leute, ich bin aus die Jebirgshallen ausgebrochen! Von’s Tiroler Quartett! Und das soll schön sein? Die halben Hosen? Als wenn der Stoff nicht gelangt hätte! Und die nackichten Knie! Wenn die Sonne weg ist, dann friert’s einem – und wenn sie da ist, da kommen die Mücken und frühstücken! … Ich danke! …
Benatzky und Charell machen aus dem Verkleiden im Heimatstil ein eigenes Showelement. Dafür erweitern sie das Ensemble beträchtlich.

Schöne Tänzerinnen, als Kuhmägde in die Handlung eingebaut, lockern mit mehr oder minder schlüpfigen Revueelemente auf, die plötzlich die Szene bestimmen. Marianne Winkelstern führt ein Spitzenbalett mit Tänzerinnen in Dessous an, Tamara Desni bringt amerikanisch herausgeputzte Girls und Boys mit. Die beiden Tänzerinnen, im Programmheft ganzseitig als Pin-up präsentiert, sind ebenbürtige Stars neben den Schauspielern, die die eigentliche Operettenhandlung voran bringen sollen.
Trotzdem, wirklich innovativ ist das nicht. Anders sieht es beim Film aus. Hier kann man mit einem einzigen, durch Kopien vervielfältigten Film unzählige Säle überall in Deutschland bespielen und viele Zuschauer gleichzeitig erreichen. Der niedrigere Preis einer Kinokarte wird wettgemacht durch die unzähligen Zuschauer, die man damit ins Kino lockt.
Der Tonfilm eröffnet weitere Möglichkeiten. Jetzt lassen sich die schlagfertigen Wortwechsel und abenteuerlichen Wendungen der Bühnenschwänke, mit denen Zickel und seine Nachfolger im „Lustspielhaus“ seit Jahrzehnten Erfolg haben, direkt für die Leinwand abfilmen.
Zickel geht zum Film. Zum 1. November 1930 übernimmt Curt Goetz die Leitung des „Lustspielhauses“, selbst ein erfolgreicher Schwankautor. In der Behrenstraße lockert Zickel die Kooperation mit Roberts. Nur von der „Komischen Oper“ kann er nicht so ohne Weiteres zurücktreten. Kommerzienrat Scharr setzt auf ihn als Erfolgsgarant.
Zickels Weekend im Paradies

Anfang Februar erfährt die Öffentlichkeit von Weinschenks Coup. Zickel wird Produktionschef beim Deutschen Lichtspiel-Syndikat. Der Film-Kurier macht die „allgemeine Theater-Krise“ verantwortlich und kommentiert (in Klammern) mit einem der launigen Sprüche, für die Zickel bekannt ist:
Daß Zickel an der Führung seiner Bühnen keine besondere Freude mehr hatte, war in eingeweihten Kreisen kein Geheimnis. (Man braucht nur an die viel kolportierte Anekdote zu erinnern, in der Zickel bei einer Direktoren-Konferenz auf die Frage, wer wohl zunächst am Zusammenbruch sei, antwortete: Von mir aus kann’s nach dem Alphabet gehen.)
Mit Zickels Einstellung strebe Weinschenk eine „noch stärkere Konzentration“ beim DLS an. Dass damit Sparmaßnahmen gemeint sind, erklärt der Kinematograph:
Da Dr. Martin Zickel ein sehr erfahrener Theaterfachmann ist, der nicht nur künsterlisch, sondern in gleichem Maße kaufmännisch zu kalkulieren versteht, so darf man auf die unter seiner Leitung entstehenden Filme gespannt sein.
Zickel will hohen Gewinn mit geringen Kosten verknüpfen:
Durch den Übertritt Dr. Martin Zickels zur Filmindustrie dürfe auch die Gagenfrage, über die in den Kreisen der Berliner Theaterdirektoren gerade in letzter Zeit viel verhandelt wurde, für den Film an Aktualität gewinnen. Man darf als sicher annehmen, daß Dr. Martin Zickel eine Neuregelung innerhalb der Filmindustrie anregen wird.
Tatsächlich macht Zickel gleich im Mai von sich reden, indem er die Gagen bei Film eindämmen will. Außerdem kontert er die Forderungen der Gema, zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig professionell agierender Verbund einiger Musikverleger, nach Tantiemenzahlungen für die in Filmen gespielte Musik.
Zu diesem Zeitpunkt ist nicht geregelt, wie für die öffentliche Aufführung von Musik auf Schellackplatte oder im Film bezahlt wird. Faktisch gilt weiterhin das alte Modell, dass der Komponist über den Verkauf der sheet music entlohnt wird und Textdichter durch Buchverkäufe oder spezielle vertriebene Bühnenmanuskripte verdienen.
Zickel droht damit, einen eigenen Musikverlag zu gründen und die Tantiemen für die Lieder, die im Film gespielt werden, einfach selbst zu verwalten.


Im Mai beginnt außerdem die Arbeit am ersten Film der Saison 1931/1932, der von Zickel als Produktionschef verantwortet wird: „Weekend im Paradies“, einer Verfilmung des Lustspiels von Arnold und Bach, mit dem er bei der Sanierung des „Lustspielhauses“ so großen Erfolg hatte. Für die Hauptrolle verpflichtet er Otto Wallburg, bekannt als Fabrikant Giesecke aus dem „weißen Rössl“. Der Drehbeginn ist für den Juni in den DLS-Studios Staaken terminiert, hinzu kommen Außenaufnahmen an Berliner Badestellen.
Für den Film komponieren Kurt Schwabach und Hans May drei Schlager :
- „Onkelchen, du bist mir so sympathisch“. Leicht anzüglich, für den Flirt zwischen jüngerer Frau und staubigem Beamten.
- „Denk dabei an mich (Wenn Du diesen süßen, kleinen Tango tanzt“). Ein aufrichtiges Liebeslied mit Tango als Modetanz. Für die großen Gefühle, modernes Lebensgefühl und die Sehnsucht nach der weiten Welt.
- „Das schönste an der Woche ist das Wochenende!“ Ein Mottosong, der den Filmtitel aufnimmt und die Sehnsucht der Kinobesucher nach ein bisschen Sorgentrost und Abwechslung vom Alltag aufruft.
Für die hauseigene Werbeabteilung beschreibt Zickel später die Vorteile und Freiheiten des Tonfilms. Wie nebenbei erklärt sich, warum er vom Amüsiertheater zum Film geht. Der Tonfilm befreit, so Zickel, das Lustspiel von der engen Bühne, durch Außenaufnahmen gewinnt es an Wirklichkeitsnähe. Das macht noch mehr Spaß:
Wir haben versucht, die erprobten Wirkungen des Schwankes beizubehalten und alles das, was das Theater mit seinen begrenzten Raumverhältnissen und seinen Geboten von der Einheit des Schauplatzes nicht zeigen kann, auf die Leinwand zu bannen.
Das Leben und Treiben im Weekendhotel, das auf der Bühne in die Halle eines Hotels verbannt war, kann sich nun wirklich im Wasser und im Freien abspielen, zwischen jungen, fröhlichen Menschen, denen altes Philistertum harmloses Vergnügen nicht gönnt.
Zickel ruft einen alten Traum seines früheren Partners Wolzogen auf. Der wollte in seinem „bunten Theater“ mit Hilfe des Szioptikons, einer Art Diaprojektion, blitzschnell Szenenwechsel herbeiführen und den Bühnenhintergrund austauschen, um seinem Publikum ständig neu unterhalten zu können. Es blieb bei einer Idee. Der Tonfilm macht es möglich. Zickel: „So haben wir an dem Schwank als solchen wenig geändert – er war ja gut. Aber wir haben ihn erweitert und lustig gemacht – hoffentlich noch lustiger.“
Kreditklemme zum 60. Geburtstag
Das Rezept mag stimmen. Aber die Stimmung verdüstert sich gerade. Am 14. Juni lässt sich Weinschenk im Berliner Tageblatt unter der Überschrift „Optimismus!“ ausführlich zitieren. Mit seiner Rede bezieht er Position in einer sich ausweitenden Krise, die die Filmbranche zu erfassen droht. Keine Sorge, beim DLS läuft alles nach Plan:
Die Geschäfte des Deutschen Lichtspiel-Syndikats schreiten in den vorgezeichneten Bahnen vorwärts. Die allgemein schlechte Wirtschaftslage habe sich doch nicht so verheerend ausgewirkt, wie dies sehr zum Schaden der Filmindustrie immer in alle Welt hinausposaunt werde. Er müsse diese Tatsache einmal ausdrücklich in aller Öffentlichkeit zur Sprache bringen.
Stimmt etwas nicht in der Berliner Filmindustrie?
Durch die radikalen und von wenig Sachkenntnis getrübten Ausführungen einiger Führer sei nichts weiter erreicht worden, als dass die großen Geldinstitute kopfscheu gemacht und der deutschen Filmindustrie jeder Kredit abgesperrt worden sei. Demgegenüber müsse er eindeutig feststellen, dass das Deutsche Lichtspiel-Syndikat unter der augenblicklichen Wirtschaftskrise zwar zu leiden habe, dass aber die Kreditfähigkeit auch nicht im mindesten erschüttert sei. Das Deutsche Lichtspiel-Syndikat stehe trotz aller Nöte der Zeit auf festerem Fundament denn je.
Wer so viel beruhigt, bewirkt oft das Gegenteil: Zweifel an der Kreditfähigkeit der Filmindustrie.
Tatsächlich wird am wenige Tage später, am 24. Juni, bekannt, dass der Terra-Film AG der Konkurs droht. Einer ihrer Großaktionäre ist nicht bereit, weiter Geld zur Verfügung zu stellen. Letztlich kommt es im Oktober zu einem Vergleich, und ein Majoritätswechsel bei den Aktienbesitzern verhindert den Konkurs. Der Reputationsschaden lässt sich nicht rückgängig machen.
Am 9. Juli verkündet Weinschenk eine strategische Partnerschaft des DLS mit der Südfilm AG, die nie über Absichtserklärungen hinauskommt. Es geht einzig und allein darum, die Gemüter zu beruhigen und zu verhindern, dass weitere Filmfirmen in den Strudel hineingezogen werden.
Anfang Juni zeichnet sich eine allgemeine Bankenkrise ab, von der ganz Deutschland betroffen ist. Die Filmbranche, über Aktiengesellschaften organisiert, ist lediglich in besonderem Maße davon betroffen. Durch die hohen Reparationszahlungen, die das Deutsche Reich an die Siegermächte des 1. Weltkriegs leisten muss, ist sowieso zu wenig Geld da. Jetzt geraten Banken in Zahlungsschwierigkeiten.
Am 17. Juni platzt schließlich ein Großkredit, den die Danatbank und Dresdner Bank vergeben hatten. In der Folge müssen mehrere deutsche Banken ihre Zahlungsunfähigkeit bekanntgeben. Am Montag 13. Juli kommt es vielerorts zu einem bankrun. Mit zwei Bankfeiertagen stoppt die Reichsregierung eine Massenpanik, die zahlungsunfähigen Banken werden verstaatlicht.
Die Krise überschattet die DLS-Konvention, die vom 29. Juli bis 1. August in Berlin stattfindet. Wie jedes Jahr kommen Vertreter aus den Geschäftstellen in den verschiedenen Landesteilen nach Berlin und werden über die Filme informiert, die mit dem Beginn der Saison 1931/1932 ab Herbst in die Kinos kommen sollen. Weinschenk, Kaelber und Zickel stehen Rede und Antwort. Stolz zeigt Neppach die Atelierräume in Staaken. Gemeinsam wirbt man um das Vertrauen der Vereinsmitglieder.
Weinschenks sechzigster Geburtstag am 9. August wird zu einer Marketingaktion umfunktioniert. Der Film-Kurier wird feierlich, in seiner Würdigung geht um Höhenluft und Gipfel, für die Weinschenk die nötige Energie mitbringt:
Man schätzt an ihm eine energische Ruhe, eine Ruhe der Energie. Nur der kann sie besitzen, der die seltene Höhenluft der Befriedigung über geleistete Arbeit genießen kann. Unser Freund kann es, seine 60 Jahre haben ihn auf einen Gipfel geführt.
Der Weg des Films ist noch lange nicht zu Ende, der Weg des D.L.S. nicht, auch für einen Sechziger bleibt viel zu tun, für einen so rüstigen Draufgänger wie ihn, noch alles. Der Film liegt wie Deutschland in schwerster Krise, und daß Film und Firma, Kaufmann wie Künstler nur dann herauskommen, wenn sie das Beste, das Edelste, das Anständigste wollen und fördern, das möchten wir ihn bei unserem Geburtstagsspruch nicht verschweigen.
Der Kinematograph verrät Details von der abendlichen Geburtstagsfeier, lange nach Ende des offiziellen Teils. Im bunten Programm treten der Schauspieler Fritz Kampers und Zickels zweite Frau Paula Wessely auf. Die Feier zieht sich, so munkelt man, bis weit in die Nacht hinein. Wie es sich für Draufgänger gehört.
Von den Alpen in die Heide: Heimat als Verkleidung
Dr. Zickel entdeckt „Grün ist die Heide“

Den Herbst 1931 nutzt Zickel, um hinter den Kulissen entscheidende Weichen für den Erfolg des DLS zu stellen. Für die Suche nach neuen Filmstoffen dient Zickels erste Produktion „Weekend im Paradies“ als Muster.
Man braucht eine bekannte und beliebte Textvorlage, auf deren Erfolg man aufbauen kann. Hinzu kommen drei Schlager, extra für den Film komponiert. Die Schlager bieten einen Mehrwert für die Zuschauer und stärken den Wiedererkennungswert des Films. Und schließlich: Kluges, typgerechtes Casting. Prominente, die die Leute gerne im Kino sehen. Die Rollen werden mit prominenten Berliner Schauspielern besetzt.
Einer der Stoffe, auf die Zickel aufmerksam wird, ist das Lied „Grün ist die Heide“ und der Kult um den im 1. Weltkrieg gefallenen Dichter Hermann Löns. Das Lied wird, besonders in der Tanzkapellenfassung, überall gespielt.
Erinnert sich Zickel daran, dass Löns Gedichte für „Wolzogens buntes Theater“ verfasst hat? Kennt er noch die schaurige Heide-Ballade „Jeduch“, in der eine trauernde Germanin wüste Rache schwört? Will er die Beliebtheit der „Löns-Gedächtnisfeiern“ versilbern, die für den im Krieg gefallenen, nachträglich zum einsamen Jäger stilisierten Löns abgehalten werden? Eher nicht.
Wahrscheinlich sucht Zickel nach einem Vehikel für den Star des „weißen Rössls“, Camilla Spira. Ihre Eltern, Fritz Spira und seine spätere Frau Lotte Andresen, gehörten im Jahre 1904 zum ersten Ensemble von Zickels „Lustspielhaus“. Ein Engagement lässt sich da leicht organisieren. Zickel weiß: Camilla Spiras neuer Starruhm ist die perfekte Grundlage für den Erfolg eines populären Kinofilms!
Was „Grün ist die Heide“ so interessant macht, ist die Kombination von Musik und Kostümen im Heimatlook. Alles wegen des „weißen Rössls“. Eingängige Schlager von Liebe, Sehnsucht und Herzschmerz. Zwischendurch Revuegirls und Jazzmusik. Alles in der Fantasiekulisse einer fernen Welt auf dem Land.
Wesentlicher Teil des Merchandising rund um die Operette „Im weißen Rössl“ sind, neben den üblichen Notenhefte und Schallplatten, die Trachtenkostüme. Ein neuer Trend, der sich gewinnbringend nutzen lässt.
Im Berliner Programmheft für das „weiße Rössl“ werben Bühnenausstatter damit, dass man sich auch privat im Heimatlook verkleiden könne. Theaterkunst Hermann J. Kaufmann, der „Lieferant der gesamten kostümlichen Ausstattung zum Weißen Rössl“ preist seine „Spezial-Anfertigung von Fantasie- und Trachten-Kostümen aller Art für Damen und Herren zu privaten Festlichkeiten, Fasching usw.“ an. Das kann man sich leisten: „Meine Preise entsprechen der heutigen Wirtschaftslage“. Heimatlook ist in.
Heimat ist eine neue, aufregende Verkleidung, eine Fantasie neben vielen anderen. Zum Spaß, im Karneval und für die Party. Kuhmägde werden zu Revuegirls, kesse Schauspielerin geben die Wirtin im Trachtenkleid. Oder umgekehrt. Egal. Hauptsache Show.
„Grün ist die Heide“ passt da perfekt hinein. Ein eingängiger Schlager, den jeder kennt, gesungen oder als Tanzkapellenmelodie. Dazu noch etwas altertümlicher Trachtenlook und Jägerfolklore. Die Unterschiede sind minimal: Statt Alpenkostüme und Lederhosen nehmen wir Heidetrachten und Jägerrock. Zickel muss nicht lange überlegen. Das ist eine Filmidee, die die Säle füllt. Er war schon einmal dabei.
Der größte Publikumserfolg in Wolzogens „buntem Theater“, damals im Jahre 1901, war „Der lustige Ehemann“, ein eingängiger Walzer, gesungen von Robert Koppel und Bozena Bradsky, aufgeführt in altfränkischen Biedermeierkostümen. So wie es die französische Theatergesellschaft Roulotte mit ihren chanson animées vorgemacht hatte. Das liebt das deutsche Publikum: Eine Melodie zum Mitsummen + lustige Kostüme. Harmlose Unterhaltung.
In gewisser Weise kehrt „Grün ist die Heide“, von Komponist Karl Blume als „Lied zur Laute“ geschrieben, bloß wieder in den Kontext zurück, in dem die „Lieder zur Laute“ entstanden sind. Die ersten Volkslieder zur Gitarre trägt Elsa Laura v. Wolzogen, noch als Lady Minstrel, in Wolzogens „buntem Theater“ vor. Daraus entwickelt sie wenig später die „Lieder zur Laute“ als eigenständige Unterhaltungsform. Und ihr hat Karl Blume mit „Grün ist die Heide“ zum breiten Publikumserfolg verholfen.
Rechtehandel im Lustspielhaus

Die Filmrechte für Karl Blumes Lied „Grün ist die Heide“ liegen beim Filmkaufmann Siegfried Schönfeld und der Ama-Film. Sie residiert in der Friedrichstraße 236, im selben Gebäude wie das „Lustspielhaus“, das Zickel im April 1928 wieder übernimmt. Zu diesem Zeitpunkt dreht Schönfeld noch selbst Filme, gerade hat er die „Alraune“ mit Brigitte Helm abgedreht, nach einem Roman von Hanns Heinz Ewers, eben jenem Ewers, der bei der Premiere von Wolzogens „buntem Theater“ am 18. Januar 1901 mit zwei Gedichten vertreten ist und kurzzeitig als dessen Stellvertreter wirkt.
Schönfeld sichert sich die Rechte an „Grün ist die Heide“ direkt im März 1929, kurz nach dem ersten, überwältigenden Erfolg des literarischen Variétés „Hermann Löns und seine Heide“ in Rheinland und Westfalen. Schönfeld weiß: Das Lied „Grün ist die Heide“ von Karl Blume, zusammen mit dem Jäger, der es gedichtet hat: Mehr braucht es nicht für den filmischen Erfolg. Deswegen erwirbt er einige Monate später bei Löns‘ Verleger in Jena die Rechte an dem Zusatz „nach dem Kleinen Rosengarten von Hermann Löns“.
Die Probevorführung des Löns-Variétés aus der Provinz im März 1930 in Berlin bringt wenig Resonanz. „Im weißen Rössl“ ist ja noch nicht gestartet. Kurz darauf stellt Schönfeld die Filmherstellung ein und verlegt das Geschäftsfeld der Ama-Film von der Filmproduktion auf den Handel mit Filmrechten. Seitdem liegt das Projekt auf Eis.
Im Februar 1931, als Zickel beim DLS anfängt, kommt eins zum anderen. Zickel ist auf der Suche nach einem populären Filmstoff, Schönfeld hat ihn im Angebot. Man kennt sich ohnehin aus dem Treppenhaus in der Friedrichstraße. Zickel weiß spätestens seit dem „roten Sarafan“, was Schönfelds Konzept noch fehlt. Schon da: Das Lied + der Jäger, der es gedichtet hat. Noch nötig: Liebe, Verrat und Tragik. Außerdem etwas Volkstanz.
Und noch etwas: Schönfeld kommt genauso aus der Düsseldorfer Filmszene wie der neue Vertriebchef des DLS, Fritz Kaelber, das vereinfacht die Verhandlungen. Das DLS übernimmt Schönfelds Rechtepaket.
Kaelber kann das Potential einer Löns-Verfilmung am besten abschätzen. In Berlin mag man wenig von Löns wissen. Aber Kaelber weiß, wie viele Leute im bevölkerungsreichen Rheinland und Westfalen die Löns-Lieder mitsingen können. Ein Löns-Film, mit dem Schlager „Grün ist die Heide“ als Titel, ist genau das, was dort die Theaterbesitzer brauchen, um ihre Kinos wieder zu füllen.
Die „Löns-Gedächtnisfeiern“ im Ruhrgebiet haben die Menschenmasse mit nachdenklicher Stimmung und tiefen Gefühlen in die Kinotheater gelockt, gerahmt von einer national-konservativen Haltung. Langbeinige Revuegirls in Heimatinterieur, die gerade in Berlin en vogue sind, bedienen den Publikumsgeschmack der Provinz eher nicht.
Ohne größtmögliche Popularität des Liedes „Grün ist die Heide“ kommen die Leute nicht ins Kino. Da geht noch was. Zickel sorgt auch dafür. Es ist kein Zufall, dass Adalbert Lutter „Grün ist die Heide“ in der Fassung einer „symphonischen Paraphrase“ im Herbst 1931 zum signature song seiner Tanzkapelle macht.
Zickel nimmt Einfluss, als der Berliner Impresario Georg Tichauer nach Hannover reist und Lutter aus der „Roten Mühle“ abwirbt. Lutter will in die Hauptstadt, Zickel braucht dort Promotion für „Grün ist die Heide“. Ganz Berlin muss das Lied walzen. Dann wollen alle den Film zum Lied sehen.
Lutter weiß aus Gesprächen mit dem Komponisten Karl Blume, wie das Lied ab 1926 von Düsseldorf aus die Tanzcafés erobert hat. Das Lied ist ein sicherer Schlager, aber nicht Lutters einziger. Warum nicht eine schmeichelnde Tangomelodie oder Wolgaklänge? Bald steht fest: Für Berlin muss es „Grün ist die Heide“ sein!
Schon in Hannover führt Lutters „Grün ist die Heide“ bei seinem Abschiedskonzert im Rundfunk am 17. November 1931 die Liste der Publikumsfavoriten an. Später, beim Wettbewerb um die „Blaue Geige“ am 14. Februar 1932 in Berlin, ist das Lied zumindest gefühlt der Gewinner. Endgültig siegt Lutter dann nachts im Rundfunk mit seiner Tanzmusik, live von Berliner Dachgärten. „Grün ist die Heide“ wird der Sommerhit 1932.
Hans v. Wolzogen wird Produktionschef

Jetzt fehlt nur noch ein Wolzogen.
Gesagt, getan. Zickel holt Hans von Wolzogen, Ernsts Sohn aus seiner zweiten Ehe, zum DLS. In gewisser Weise schließt sich ein Kreis.
So wie Ernst v. Wolzogen den jungen Zickel im Januar 1902 als Oberregisseur an sein „Buntes Theater“ geholt hat, macht Zickel nun Hans zum Produktionsleiter beim DLS. Für Zickel führte von Wolzogens „buntem Theater“ ein direkter Weg zu seinen Erfolgen mit dem Lustspielhaus und später als Theaterdirektor in Berliner Theatern. Auch Hans von Wolzogen sichert sich mit dem Wechsel zum DLS für die Zukunft eine Karriere in der deutschen Filmproduktion.
Hans von Wolzogen, am 8. Juli 1888 in Berlin geboren, ist Ernsts Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Marie Catel. Er beginnt als Schauspieler im Umfeld von Max Reinhardt, Zickels Kompagnon aus seiner Frühzeit beim Theater. Hans von Wolzogen gehört von 1905-1907 zu den ersten Studenten an Reinhardts neugegründeter „Schauspielschule des Deutschen Theaters“ in Berlin.
Am 8. Dezember 1919 eröffnet im Keller des Großen Schauspielhauses eine Neuauflage des Kabaretts „Schall und Rauch“, organisiert von Reinhardt. Im Mai 1920, als sich die ersten Erwartungen nicht erfüllen, tritt Hans von Wolzogen die Nachfolge des Gründungsdirektores Rudolf Kurtz an. Der Vorwärts macht dafür spöttisch das Publikum in der Verantwortung, „das für die gepfefferte Preise sein Amüsement haben will.“ Wolzogen schafft die Wende.
In der Saison 1920/1921 steht Wolzogens „Schall und Rauch“ für ein politisch-literarisches Kabarett und eine gelungene Weiterentwicklung weg vom „Überbrettl“ seines Vaters. Karl Wilczynski erklärt am 14. November 1920 in der Berliner Börsen-Zeitung, wie das gelingt:
Bis zum Überdruß wurde das jetzige „Schall und Rauch“ mit Ernst von Wolzogens „Ueberbrettl“ verglichen. Erstünde aber heut das gute alte Ueberbrettl genau wie es einst war, beim Himmel! kein Hund ginge hinein. Die Zeit dafür ist vorbei. Andere Zeiten — anderer Geschmack. Hans von Wolzogen ist der Mann — er bewies es — sich im Publikum zu erziehen und die richtigen Künstler heranzuholen. Er hat einen guten Riecher. „Schall und Rauch“ nennt er ein politisch-literarisches Kabarett als Warnung für das Publikum, das sich in einer Singspielhalle vergnügen will.
Wolzogen lässt den Kontakt zum Publikum nie abreißen. Das wird deutlich, wenn er selbst durch das Programm führt:
Hans von Wolzogen ist ein ausgezeichneter Conférenzier mit durchaus eigener Note. Mit vornehmer Ruhe und gesellschaftlicher Sicherheit, elegant im Aussehen und in der Bewegung —ganz Abkömmling eines alten Geschlechtes, das Kultur hat, kündet er die einzelnen Künstler an, mengt den sachlichen Ausführungen ein klein wenig Spott, etwas Satire, ein bißchen Humor bei — genug, um lächeln zu machen, aber ohne je zu verletzen. Hier ist der Direktor des Unternehmens selbst durchaus Künstler, was kein Schaden ist.
Zwischendurch holt Wolzogen sogar Martin Zickel persönlich auf die Bühne. Für einen Wohltätigkeitsabend im „großen Schauspielhaus“ steht Zickel am 4. Dezember 1920 einmalig als Conferencier auf der Bühne von „Schall und Rauch“. Der Versailler Vertrag sieht die Abspaltung von Teilen Oberschlesiens vor, die „Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger“ protestiert mit „Grenzspendentagen“ dagegen. Spätestens bei nationalen Grenzen endet die politische Kritik im Kabarett.
Auch wenn die „Experimentierbühne“ im Juni 1921 zum Saisonende eingestellt wird. Wolzogen hat, wie zuvor sein Vater, vielen Autoren und Schauspielern zu einer Karriere im Bereich der Kleinkunst verholfen. Er selbst geht lieber zum Film und tut sich mit dem Schauspieler Max Landa zusammen.

Landa ist ab 1915 der Star der Joe-Deebs-Filmreihe um einen Detektiv, der rund um die Welt seine Fälle löst. Produzent Joe May lässt den Detektiv später von verschiedenen Schauspielern verkörpern, aber Max Landa gilt seitdem als Garant für einen guten Leinwand-Krimi. 1921 gründen Wolzogen und Landa eine eigene Aktiengesellschaft, um Detektivfilme mit Landa zu produzieren und seine Popularität auf eigene Rechnung in klingende Münze zu verwandelt. Wolzogen schreibt die Drehbücher für vier Folgen und ist an der Regie beteiligt. Anschließend macht er als Produktionsleiter und Regisseur in der Branche weiter, verfilmt sogar eine Novelle seines Vaters.
Und jetzt beim DLS! Für „Grün ist die Heide“ gibt es kaum eine bessere Wahl.
Wolzogen kennt die Wirkung altfränkischer Kostüme, die sein Vater beim Überbrettl gewinnbringend eingesetzt hat. Er weiß, wie man die Bühnenwirkung der „Lieder zur Laute“ optimiert, für die Blume das Lied „Grün ist die Heide“ komponiert hat: Minnesang im Kostüm, Spielleute und Vagabunden auf der Bühne. Seine Stiefmutter hat damit jahrelang die Säle gefüllt, sein Vater hat Lady Minstrel erfunden.
Ein crowdpleaser wie Wolzogen achtet immer darauf, die Leute bei Laune zu halten: Mit einem bunten Programm und immer neuen Attraktionen! Kein Wunder, dass Zickel ihn engagiert.
Außerdem muss alles in eine ganz neue Kulisse gepackt werden: Die Lünebürger Heide. Für den Heimatlook im „weißen Rössl“ konnten Benatsky und seine auf eine etablierte Alpen-Ikonographie zurückgreifen. Für die Heide muss man noch suchen.
Wolzogen wird schon Locations und Kostümen aus der Welt der Heide finden. Und er kann Zickel ersetzen.
Der bleibt nämlich ungern länger als eine Saison.
Der illusionsloser Rechner
Während seiner Zeit beim DLS behält Zickel ein zweites Standbein in der Berliner Theaterszene. Von der Direktion der „Komischen Oper“ ist Zickel, anders als angekündigt, nie zurückgetreten. Dort findet am 16. Oktober 1931 die Premiere der Operette „Zur gold’nen Liebe“ von Ralph Benatzky statt.
Martin Zickel hat zusammen mit Willy Wolff das Liberetto geschrieben. Es geht um Liebeshändel rund um die Aufführung einer fiktiven Operette „Geigerkönig und Wäschermädel“. Damit rufen Zickel und Wolff nicht nur typische, althergebrachte Wiener Operettenfiguren auf. Das „Wäschermädel“ verweist direkt auf die mittlerweile altmodisch anmutenden erotischen Fantasien, die in Wolzogens „Buntes Theater“ mit der Figur verknüpft waren.
Zum 1. Februar 1932 tritt Zickel offiziell als Direktor der „Komischen Oper“ zurück. Dann, Anfang Juni, plötzlich die überraschende Nachricht: Martin Zickel verlässt das DLS, freundschaftlich, wie es heißt. Der Film-Kurier erklärt am 29. Juni, woran es liegen könnte: Zickel ist ernstlich erkrankt. Er wird mit einer schweren Nierenerkrankung ins Urban-Krankenhaus eingeliefert, wo er nachmittags am 14. Juli 1932 im Alter von 55 Jahren an einer Blutvergiftung stirbt.
Zahlreiche Nachrufe heben seine Intelligenz, sein liebenswürdiges Wesen und die unzähligen Freunde hervor. Der Skandalprozess um Sex und Macht, der Zickel 1910 die Konzession des „Lustspielhauses“ kostet, wird dezent verschwiegen. Man hebt lieber sein Ansehen in der Theaterwelt hervor, nicht zuletzt durch seinen ehrenamtlichen Einsatz für den Berliner „Bühnenverein“.
Klar ist: Zickel hat sich kompromisslos am Publikumsgeschmack orientiert. Er sei, so steht es im Vorwärts, der „Typus des kunstverständigen, gebildeten Theaterunternehmers, der mit literarischen Aspirationen beginnt und mit der Befriedigung des ordinären Tagesgeschmacks aufhört“.
Die Neue Zürcher Zeitung findet Zickel, der „alle ups and downs des Betriebs am eigenen Leib“ erfahren hat, vor allem mutig. Schon bei der Gründung der Sezessionsbühne:
Was kein Theaterdirektor in Berlin um die Jahrhundertwende unternahm, das wagte der junge Dr. Zickel. Wie sich die fortschrittlichen Maler von ihren stehengebliebenen Kollegen durch Gründung der Sezession abgezweigt hatten, wollte Zickel dem stagnierenden Bühnenwesen durch Eröffnung der Sezessionsbühne (am Alexanderpaltz) frisches Blut zuführen.
Für Zickels Hinwendung zum Massengeschmack zeigt man in Verständnis. So kann man wenigstens seine Rechnungen zahlen:
Aus dem Vorkämpfer für esoterische Werte wurde bald ein Verschleißer gangbarer Publikumsware, als er das Lustspielhaus (in der südlichen Friedrichstraße) übernahm. […] Er blieb ein illusionsloser, kühler Rechner. Auf seine ruhmreicheren Anfänge blickte er fast wie auf eine Jugendsünde zurück.
Stellt man ihn wegen diese Gesinnungsumschwungs zur Rede, so zuckte er die Achseln und erwiderte, seinem Ehrgeiz genüge es, wenn er am Ersten jedes Monats sämtlichen Angestellte die Gage auszahlen könne. Auch das ist ein Standpunkt, so wenig er mit Kunst zu tun hat, und in der heutigen Zeit läßt sich nicht einmal viel dagegen sagen.
Der Film-Kurier verweist auf die Pläne, die Zickel nicht verwirklichen konnte:
Zickel, der bis vor kurzem noch Produktionsleiter im DLS. gewesen ist, hat hier Gelegenheit gehabt, sich mit dem Film zu befassen. Der Theatermann, der das Theater liebte, wollte eindringen in die Welt des Films, er sprach nach seinem in freundschaftlicher Form vollzogenem Ausscheiden vom DLS. von eigenen Projekten, eigener Produktion, die er ausbauen wollte.
Es ist für ihn nicht mehr dazu gekommen.
The show must go on. Beim DLS gönnt man sich keine Pause.
Abbildungen
August Weinschenk 1931. Der Kinematograph Nr. 181 08.08.1931: August Weinschenk 60 Jahre. Link zum Internet Archive.
Fritz Kaelber. Der Kinematograph. Das älteste Film-Fachblatt Jg. 25 Heft 11 (14. Januar 1931). Public Domain. Link zum Internet Archive.
Robert Neppach am Set der Sudermann-Verfilmung „Frau Sorge“ (1927). Public Domain. In: Das große Bilderbuch vom Film. Herausgegeben vom Film-Kurier. Zusammengestellt von Hubert Miketta, Berlin 1927, S. 24-27. Link zum Internet Archive.
Martin Zickel 1932. Der Mittag 17.7.1932. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
Der Kinematograph Nr. 671 13. Jg. (12.11.1919), o.S.: L.B., Berliner Filmneuheiten. Link zum Internet Archive (über „Der rote Sarafan“).
Szenenfoto aus „Hulla di Bulla“. Hildener Rundschau 5.1.1930. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
Programmheft „Hulla di Bulla“ Spielzeit 1930. Link zum Internet Archive.
- Cover mit Pierrot und Revuetänzerin.
- Doppelporträt Arnold und Bach.
- Fotos der Schauspieler
Im weißen Rössl. Einladung zur Premiere im Großen Schauspielhaus am 8. November 1930. Link zu Europeana. Creative Commons 4.0.
Programmheft „Im weißen Rössl“ 1930/1931 Berlin, Großes Schauspielhaus. Uraufführung am 8.11.1930. Link zum Theatermuseum Wien. Link zum Stadtmuseum Berlin (Cover).
Die Wiederauferstehung des „Weissen Rössl’s“. In der Inszenierung Charells im Grossen Schauspielhaus. Camilla Spira als Rösslwirtin und Max Hansen als Kellner. Der Welt Spiegel. Illustrierte Zeitung 30. Jg. 1930, Nr. 47 (23. November 1930), S. 16 (Beilage zum Berliner Tageblatt). Quelle: Zefys Berlin
„Im weißen Rössl“ 1931/1932. Fotos beim Stadtmuseum Berlin:
- Eingangsbereich des Großen Schauspielhauses.
- Camilla Spira als Wirtin „Im weißen Rössl“
- Walter Jankuhn auf der Bühne.
Weekend im Paradies (Szenenfoto Version 1). In: Mein Film 320 (1932), S. 10. Link zu Anno. Public Domain.
Weekend im Paradies (Szenenfoto Version 2). Illustrierter Film-Kurier Nr. 1644 10. Jg. (1931). Link zum Internet Archive.
Adalbert Lutter. Foto von 1938. Bochumer Anzeiger 21.10.1938. Link zu zeitpunkt.nrw.
„Schall und Rauch“ Programmheft Nr. 3, November 1920 (Cover). Creative Commons 4.0. Link zu brandenburg sammelt.
Verwendete Literatur
Max Ehrlich: Das Theater als Geschäft, Berlin-Charlottenburg: Juncker [ca. 1911]. Link zur ZLB Berlin.
Tobias Straumann: 1931. Die Finanzkrise und Hitlers Aufstieg. Aus dem Englischen von Martin Richter: Darmstadt: wbg Theiss 2020, S. 179-203.
Franka Schneider: Die Lederhosen und Dirndl des Weißen Rössl. Oder: Urbane Dimensionen populärer Vergnügungen in Tracht in Berlin vor 1933. In: Cornelia Kühn und Dominik Kleinen (Hg.): Urbane Aushandlungen. Die Stadt als Aktionsraum. Berlin 2015 (Berliner Blätter 69), S. 102-121.
Alan Lareau: The wild stage. Literary cabarets of the Weimar Republic, Columbia, SC 1995, S. 54-60 (Über Hans von Wolzogen).
Start vom Kaelber, Neppach und Zickel beim DLS (Recherche):
- Film-Kurier 13.01.1931: Fritz Kaelber, Leiter des D.L.S.-Verleihs
- Der Kinematograph 14.01.1931: Fritz Kälber geht zum Lichtspiel-Syndikat
- Der Kinematograph Nr. 31 06.02.1931: Dr. Martin Zickel, Produktionsleiter des DLS (Neppach als Ausstattungschef)
- Der Kinematograph Nr 102 04.05.1931: Der erste Film der neuen DLS.-Produktion (Weekend im Paradies)
- Der Kinematograph Nr 104 06.05.1931: Offener Brief an Herrn Dr. Zickel. Link zum Internet Archive.
- Der Kinematograph Nr. 134 12.06.1931: Filmpolitischer Kurswechsel. Zickel contra Gema. Link zum Internet Archive.
- Berliner Tageblatt Sonntag 14.6.1931 morgen, S. 7: Optimismus! (Weinschenk über die aktuelle Lage beim Film)
- Der Kinematograph 9. Juli 1931: Konsolidierung des Filmverleihs. D.L.S. und Südfilm gehen zusammen. Link zum Internet Archive.
- Der Kinematograph Nr. 173 30.07.1931: Beginn der D.L.S.-Konvention. Link zum Internet Archive.
- Der Kinematograph Nr. 174 31.7.1931: Gagen-Diskussion. Link zum Internet Archive.
- Vorwärts 31.7.1931: Rundfunkgespräch zwischen Alois Munk und Dr. Martin Zickel über Stargagen. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Der Kinematograph Nr. 175 1. August 1931: D.L-S.-Tagung in Berlin. Link zum Internet Archive.
- Der Kinematograph Nr. 182/183 11. August 1931: Weinschenks Geburtstag. Link zum Internet Archive.
- Dr. Martin Zickel: Bühnenschwank als Tonfilmstoff. In: Wittener Tageblatt 12.4.1932. Link zum deutschen Zeitungsportal.
Recherche zum drohenden Konkurs bei der Terra-Film-AG:
- Drohender Konkurs der Terra-Film-AG: Münchner neueste Nachrichten 24.6.1931, Stuttgarter neues Tagblatt 24.6.1931, Düsseldorfer Stadt-Anzeiger 26.6.1931
- Majoritätswechsel bei der Terra: Hamburgischer Correspondent 15.10.1931
- Vergleich Terra-Film-AG zustandegekommen: Süddeutsche Zeitung 14.11.1931
Karriere von August Weinschenk (Recherche):
- Weinschenk Geschäftsführer der Schauburg Nürnberg: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 9.9.1921
- Weinschenk Geschäftsführer der Luli Lichtspiele Fürth: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 25.10.1921
- Weinschenk kauft das Imperialtheater München: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 24.3.1928
- Genandt + Weinschenk bei der West Gaststätten AG: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 10.6.1929
- Weinschenk wird Geschäftsführer der Luitpold-Lichtspiele: Münchener neueste Nachrichten 7.10.1929
Weinschenk beim DLS:
- Weinschenk Geschäftsführer bei der DLS GmbH: Berliner Börsen-Zeitung 11.10.1926
- Gründung der DLS AG: Berliner Tageblatt Morgenausgabe 24.02.1928 + Berliner Börsen-Zeitung Morgenausgabe 24.02.1928
- Handelsregistereintrag der DLS AG: Berliner Börsen-Zeitung Abendausgabe 16.5.1928
- Weinschenk aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand der DLS AG abgeordnet: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 10.12.1929
- Weinschenk wird Alleinvertreter der DLS AG: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger 2.5.1932
Zur Biographie von August Weinschenk:
- August Weinschenk (Biographie). Link zum Jüdischen Leben in Ingenheim.
- Der Kinematograph Nr. 181 08.08.1931: August Weinschenk 60 Jahre. Link zum Internet Archive.
- Film-Kurier 08.08.1931: Die deutsche Filmöffentlichkeit gratuliert. August Weinschenk 60 Jahr alt. Link nach Berkeley.
- Film-Kurier 10.8.1931: Die Feier für August Weinschenk. Link nach Berkeley.
Der Zickel-Prozess: Berliner Tageblatt 19.4.1910 + 03.06.1911 + 01.11.1911
Recherche zu Zickels Tätigkeiten von April 1928 bis Januar 1931:
- Deutsche allgemeine Zeitung Freitagmorgen 13.1.1928. Lustspielhaus an Dr. Martin Zickel verpachtet. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Kölnische Zeitung 29.3.1928: Berlins populärster Schauspieler (Thielscher-Feier). Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Kleine Chronik. Berliner Theater. Neue Zürcher Zeitung (8. Oktober 1928). Link zu den e-neswpaperarchives.
- Berliner Börsen-Zeitung 28.12.1928. Der neue Thielscher-Schwank. Weekend im Paradies“ im Lustspielhaus. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Kölnische Zeitung 10.6.1929. Zickel als Regisseur im Theater an der Behrenstraße. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Münchner neueste Nachrichten30.8.1929. Arbeitsgemeinschaft Zickel-Roberts. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Hannoverscher Kurier 18.9.1929. Interessengemeinschaft Zickel-Roberts. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Dortmunder Zeitung 20.11.1929. Wiedereröffnung der Komischen Oper in Berlin. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Berliner Börsen-Zeitung Abendausgabe 26.11.1929. Ankündigung von „Hulla di Bulla“. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Berliner Börsen-Zeitung Abendausgabe 6.12.1929. Zicvkel gründet „Theaterverwaltungs-Gesellschaft“. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Westfälische Zeitung 14.12.1929. Proben für „Hulla di Bulla“. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Vorwärts 19.12.1929. Uraufführung von „Hulla di Bulla“ am 21.12.1929. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- Deutsche allgemeine Zeitung Abendausgabe 3.9.1930. Curt Goetz übernimmt das „Lustspielhaus“. Zickel als Regisseur in der Behrenstraße. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
- 2.5.31 Dortmunder Zeitung. Aus den Berliner Theatern. Link zum Deutschen Zeitungsportal.
Recherche zu Zickels Tätigkeiten von August 1931 bis zu seinem Tod am 14. Juli 1932:
- Der Kinematograph 23.9.1931: Theaterbesitzer gegen Stargagen. Link zum Internet Archive.
- Stuttgarter neues Tageblatt 23.10.1931. Oscar Bie: Oper in Berlin (Uraufführung von „Zur gold’nen Liebe“). Link zum deutschen Zeitungsportal.
- Variety 9.2.1932: Rücktritt als Direktor der „Komischen Oper“. Link zum Internet Archive.
- Kinematograph 26.2.1932: Rund um das Lichtspiel-Syndikat. Link zum Internet Archive.
- Der Kinematograph 30. März 1932: Pressekonferenz zur „Umstellung des Variétés“. Link zum Internet Archive.
- Variety 21.6.1932: Zickel verlässt das DLS. Link zum Internet Archive.
- Film-Kurier 29.6.1932: Zickel ernstlich erkrankt
Nachrufe auf Martin Zickel nach seinem Tod am 14. Juli 1932:
- Film-Kurier 15.7.1932. Link nach Berkeley.
- Kölnische Zeitung 15.7.1932
- Vorwärts 15.7.1932
- Neue Mannheimer Zeitung Mittagsblatt 15.7.1932
- Der Mittag 15.7.1932 + 17.7.1932
- Iserlohner Kreisanzeiger 25.7.1932
- Kleine Chronik, Neue Zürcher Zeitung (25. Juli 1932). Link zu den e-newspaperarchives.
Recherche zur Filmpremiere im „Film-Kurier“ :
- Film-Kurier 19.11.1932: Europa-Anzeige + DLS-Gläubigerversammlung. Link nach Berkeley.
- Film-Kurier 22.11.1932: Bericht über die Welturaufführung in Hannover. Link nach Berkeley.
- Film-Kurier 8.12.1932. DLS Tagung in Düsseldorf. Link nach Berkeley.
- Film-Kurier 9.12.1932. Werbung für die Berliner Premiere. Link nach Berkeley.
- Film-Kurier 10.12.1932. Walter Jerven, Besprechung der Uraufführung. Link nach Berkeley.
Oscar Blumenthal/ Gustav Kadelburg: Im weißen Rößl. Lustspiel in drei Aufzügen, Berlin: Eduard Bloch Theaterverlag o. J. (Bühnenmanuskript)
- Gieseke und Ottilie S. 23
Franz Arnold/ Ernst Bach: Weekend im Paradies. Schwank in drei Akten, Berlin: Felix Boch Erben o. J. (Bühnenmanuskript)
Franz Arnold/ Ernst Bach: Hulla di Bulla. Schwank in 3 Akten, Berlin: Felix Boch Erben o.J. (Bühnenmanuskript)
- Filmstatistinnen S. 13-14
- Dorrit und Fritz S. 28 + 31-32
- Liane S. 59-62
- König und Liane S. 76-80